So, da geht es zu Ende, dieses 2025. Ich fange gar nicht erst an mit „Was war das bloß für ein Jahr???“ – diese Blog-Beiträge sollen ja kurz sein. Und die Welt braucht mein Urteil nicht. Also bleibe ich persönlich und hier in unserem Praxisfeld:
Wenig überraschend sucht mich Dankbarkeit heim an diesen letzten Tagen des Jahres – wenig überraschend, weil so nahe liegend, wenn ich innehalte und mein Leben betrachte – und doch: so frisch! Eine lebendige, ganz neue, nie dagewesene Dankbarkeit, für genau dieses gelebte, vergehende Jahr: Mit einem Körper, der altert, und noch einigermaßen gesund ist, wenn ich mich um ihn kümmere. Mit einer liebevollen, streitbaren Partnerschaft. Mit einer 70köpfigen Lebensgemeinschaft zwischen Alltag und Staunen. Mit Arbeit, die Sinn macht und anderen dient. Mit kleinen, Kraft spendenden Auszeiten. Mit der Flussperlmuschel im Eifeler Perlbach und einem dunklen Hallimasch in Oregon (dem größten Lebewesen der Welt). Mit einer regionalen Sangha, die sich am 1. November neu füreinander entschlossen hat – einer deutschsprachigen, europäischen Gemeinschaft von Peacemakern (2025 ganz besonders: die irischen Freundinnen und Freunde, die ich im Zeugnis Ablegen von Mutter-Kind-Heimen kennenlernen konnte) – einem weltumspannenden Netzwerk aus strahlenden Diamanten, die überall heilsame Dinge tun zum Ausbalancieren der tobenden Geistesgifte. Mit Bewunderung und Respekt für das, was meine FreundInnen und WeggefährtInnen tun – von Friedenstagen in ehemaligen Straflagern bei München über Achtsamkeitsschulungen für chinesische TherapeutInnen und Ökodharma-Auszeiten bis hin zu Klimaschutz-Arbeit im professionellen Feld. Ich durfte Peter Sternbergs Buch „Tai Chi at Auschwitz“ ins Deutsche übersetzen und Jem Bendell mit seinem Deep-Adaptation-Ansatz besser kennenlernen, auf den Münchener Wohnprojektetagen zusammen mit Thomas einen von Kazuaki Tanahashi (meinem geliebten Kalligraphie-Lehrer) inspirierten Vortrag halten, mit Menschen von 4 Kontinenten im Frühjahr die EARTHING-Reihe bei den internationalen Peacemakern durchführen, den Raum für den 5. Zyklus unserer AlltagsKoans-Reihe halten und mit Roshi Joan Halifax ins neue Jahr hineinfeiern (was ich diesmal auch wieder tun werde). Also doch: Welch ein Jahr! Welch große Dankbarkeit! Auch für die Begegnung mit Dir, mit Euch.
Nun die Vorfreude auf mehr Weiträumigkeit 2026; eben habe ich eine ganze Reihe von Begegnungsmöglichkeiten eingetragen – vom 3-Grundsätze-TagesWorkshop und BesinnungsZeit über Frauen– und Ecosattva-Council bis zum Ökosattva-Retreat Pfingsten und einem möglichen nächsten AlltagsKoans-Zyklus. Und sicher kommt noch mehr dazu – die Welt braucht meine Meinung zwar vielleicht nicht, aber diese Zeit braucht ziemlich sicher unsere Talente…
Was bleibt, jenseits aller Aktivitäten und durch sie hindurch: Die Entschlossenheit, Mensch zu sein, MitMensch, vor allem: Mit-Lebewesen – komme, was da wolle. Praktizieren hilft mir sehr, diese Entschlossenheit aufrecht zu erhalten und zu vertiefen. Auch im nächsten, neuen Jahr.

Liebe Kathleen,
wie wunderbar, um deine Dankbarkeits-Kontemplation als erste Email im neuen Jahr zu lesen.
Das macht mich wiederum dankbar.
Ich freue mich, dass du mein Dasein bereicherst mit deinen Talenten und schöpferischem Geist.
Dorle
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Liebe Dharma-Schwester Kathleen Hoêtsu,
Dankbarkeit steigt auch in mir auf, wenn ich deine reichhaltige JahresErnte 2025 lese und in mich einsickern lasse! Auch deshalb, weil ich einige deiner Erfahrungen in gemeinsamen Räumen und Erlebnissen mit dir teile.
Die neue Ausgabe der „Buddhismus Aktuell“ streift zudem ein Thema, das du benennst (Jem Bendell und Deep Adaptation) und das mir durch die Begegnungen mit dir näher gekommen ist. Titel: „WARUM … die Antwort auf Krisenzeiten jenseits von Hoffnung und Furcht liegt“. Hier der Link zum online-Artikel:
https://buddhismus-aktuell.de/artikel/warum-die-antwort-auf-krisenzeiten-jenseits-von-hoffnung-und-furcht-liegt/
🙏🏻 Reiner Seido 🕊️
Danke, Reiner, wunderbar! Ja, unsere sich wandelnde Gemeinsamkeit war auch in diesem Jahr wieder reich, verbindend-verbindlich, mir kostbar.
Danke für diesen Beitrag, das Engagement mit die vielen Veranstaltungen und Angebote, den wunderbaren Kalender und die inspirierenden Hinweise und Links! Danke an alle, die dabei waren, für die Inspiration der Koans und den gegenseitigen Austausch! Danke für das Öffnen des Raums der Zen Peacemaker!!!
P.S. Das Buch von Timothy Snyder habe ich Weihnachten übrigens in einer ganz tollen, illustrierten Version geschenkt bekommen: https://www.chbeck.de/snyder-ueber-tyrannei-illustrierte-ausgabe/product/39452482