Eine Woche, nachdem wir – wie von Kathleen am 24. Mai im vorhergehenden Beitrag beschrieben – in Bonn die Gruppe der PeaceWalker begrüßt, bewirtet und beherbergt hatten, nutzte ich die Gelegenheit, am Pfingstmontag in Koblenz zur Gruppe der Pilger dazu zu stoßen und die anstehende Etappe von dort nach Stolzenfels mitzugehen.
Bewegend für mich, wie sich nach und nach am Treffpunkt vor dem Schloss kleine Grüppchen von MitWalkern einfanden, von denen ich einige aus unserem Treffen eine Woche zuvor in Bonn wiedererkannte, darunter David, der bei mir übernachtet hatte, und Mike, den 83-jährigen quicklebendigen Pilger aus den NL, der seit dem Start in Amsterdam Ende April mit der Gruppe unterwegs ist. Außerdem war Katharina aus unserer Bonner Planungsgruppe dabei.
Am Ende fanden sich 20 Menschen in einem Kreis zusammen, in der Mitte eine PeaceWalk-Flagge. Eine Instant Community, die vor dem Start eine Minute der Stille praktizierte. Auch wenn ich einige schon kannte, so war mir unterwegs niemand fremd, ist es doch eine der wenigen Gelegenheiten um in Kontakt zu kommen, ohne zu wissen, woher jemand kommt, welchen Beruf oder gesellschaftlich Position jemand bekleidet.
Vertrautheit und Offenheit, Neugier aufeinander und der alles überstrahlende gemeinsame Wunsch, Schritt für Schritt im FriedensGeist unterwegs zu sein, lassen den Weg trotz großer Hitze leicht und lebendig werden.
Nach einer halben Stunde entlang des Rheinufers die Ankündigung, von vorne nach hinten weitergesagt: Eine Stunde Schweigen! Köstlich.

 

 

 

 

Deutlich spürbar für mich: hier ist das Feld dafür bestellt, über unsere Unterschiede hinaus zu gehen, das DU wird zum WIR, ein großes Feld von Respekt und Selbstverantwortung.
So wurde die Strecke über den Höhenweg, ein Zubringer-Jakobsweg, zu einer einzigartigen Erfahrung für mich, und nebenbei ergab es sich, dass ich in einer Pause neben eine MitWanderin saß, die in einer Unterhaltung erwähnte, aus welchem Ort sie stammt. Es war der Nachbarort, in dem ich geboren und aufgewachsen bin. Wir strahlten uns an und laut lachend ergab die Situation eine herzliche Umarmung. So leicht kann es sein…
Nach vier Stunden Ankunft in Stolzenfels, wo wir im Hof des Pfarrhauses von weiteren Unterstützer*innen sowie dem Ortsvorsteher des Örtchens begrüßt und mit Kaffee bewirtet wurden.

Ich möchte hier noch einmal dazu einladen, sich einen oder ein paar Tage auf den Weg zu machen, vielleicht einige Urlaubstage auf diese Weise zu verbringen, oder auf jedwede andere Weise den PeaceWalk zu unterstützen 🙏🏻🕊️!
Infos, wann und wo sich die Pilger befinden, findet ihr unter map.peacewalk.info/ sowie über die allgemeine Webseite des FriedensWegs peacewalk.info/

Gassho 🙏🏻

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Reiner Seido