Make Peace – Walk Peace – Be Peace:

So könnte ich zusammenfassen, was ich am vergangenen Montag erlebt habe, als eine Gruppe europäischer PeaceWalker bei uns in Bonn Station machte (u.a. dank Reiners Engagement).

Der Dreischritt vereint für mich die gewaltige Dimension der Friedensentschlossenheit mit der Einfachheit der Aktivität: Schritt für Schritt machen die PilgerInnen in den Frieden hinein, durch Krieg im Außen wie im Innen, über Hindernisse und Stolpersteine hinweg, mit Müdigkeit und Gliederschmerz und Hoffnungslosigkeit, in Gelassenheit, Gleichmut und Freude. Ein Schritt nach dem anderen.

Wir konnten als kleine Vorbereitungsgruppe, die sich auch erst durch dieses Vorhaben kennengelernt hatte, am 18.5. nachmittags gegen 5 eine Gruppe von knapp 20 Menschen empfangen – aus den Niederlanden, Spanien, Kroatien, Deutschland… Singend zogen sie in den Garten ein, in dem wir sie erwarteten – ein bißchen aufgeregt, hoffnungsfroh: Frieden kommt! Ist er schon zu sehen? Schnell noch Blumen bereitstellen; er soll freudig empfangen werden!

Die Fahnen abgestellt, körperliche Notwendigkeiten vollzogen, und schon waren wir bei Tee und Rhabarberkuchen, Linsensuppe und selbstgebackenem Brot (wieder: Reiner!) im Gespräch.

Unser Beitrag als Peacemaker zum Abendprogramm war dann ein Council in der Feuerjurte: zu 24 Menschen saßen wir Seite an Seite auf der runden Bank im Zelt, schauten ins Feuer, ließen den Rede-Wanderstab kreisen und hörten von einander, was gerade – in diesem Moment, in dieser einzigartigen Konstellation – lebendig ist. Von politischer Verzweiflung („Ich wünschte, alle G20-Staatsoberhäupter führen nach Moskau und gingen nicht mehr weg, bis der Krieg in der Ukraine beendet ist“) über grundlegende Botschaften („Liebe deinen Nächsten wie dich selbst – solange wir das nicht schaffen, gibt es keinen Frieden“) bis hin zu Reise-Erzählungen mit dem „Licht der Hoffnung“ aus Sarajewo und Nagasaki war alles zu hören, was Menschen auf einem so langen FriedensGang Richtung Jerusalem bewegt. Das Verbindende des zeitlosen Kreises tat leise seine Wirkung…

Am Dienstag sind sie weitergezogen. Ein Segen für den Weg – und für das Ziel!